1. Januar 2014

Vorläufig zu finden bei Wordpress

So, der vorläufige Entscheid für ein Jahr ist gefallen:

Kräutersturm wird also vorerst bei Wordpress unterkommen.

Diese Adresse hier bleibt bestehen, für alle Fälle und damit auch jeder brav zu Wordpress findet.
www.kraeutersturm.wordpress.com

Danke, dass Ihr mich lest...!

28. November 2013

Neustart? Rekonvaleszenz? - Einfach noch mal, Totgeglaubte leben!

Der Ärger war gross in den letzten Monaten: mein alter Blog-Plattform-Anbieter liess mich ständig im Stich (in jeder Hinsicht) und dies trotz eines sog. Premium Abos; das Layout meines Blogs konnte ich nicht ändern und Zeit hatte ich sowieso nur ganz wenig. Zwei Mal innert weniger Monate schwächelte mein PC, um unvermittelt in die ewigen Jagdgründe einzugehen. Es waren zwei verschiedene Modelle...
"Kurz - ich mag nicht mehr!" Ich liess es einfach mal bleiben, lass fleissig andere Blogs, fotografierte mein Essen und ärgerte mich still über meine Resignationsfähigkeit.

Und dann, dann erreichte mich plötzlich die Anfrage von Zorra, dass ich mich bewerben könnte, falls ich gerne am kulinarischen Adventskalender teilnehmen möchte. Danke Zorra, das war ein Weckruf!
Und weil ja gerade Ende November mein Abo bei meinem alten Anbieter ausläuft...

Ich habe Stunden und Nächte damit verbracht, diverse Anbieter anzuschauen, auszutesten, Farben zu vergleichen, Banner zu kreieren, Benutzerfreundlichkeiten auf die Probe zu stellen - Herrgott, ich bin ein Perfektionist und das ist manchmal ganz schön nervig.
Schlussendlich blieben zwei übrig - klar, Blogspot und Wordpress. Es bleibt mir jetzt nicht erspart, mich entscheiden zu müssen, beide haben klare Vor- und Nachteile, aber schlussendlich will ich am 1. Dezember loslegen und am 15. Dezember mein Adventstürchen im Kalender öffnen - DANKE Zorra, für Dein Vertrauen!

Also, hier die erste Versuchsrunde bei Blogspot.
Aber gleich vorneweg: Ich bin kein Designer und ich bewundere vorbehaltlos ganz viele wunderschöne Blogs (die auch inhaltlich etwas bieten) oder ganz schlichte Blogs, die einfach nur durch ihre Qualität überzeugen.
Ach, was hätte ich gerne beides: Einen wunderschönen, edlen Blog, für den ich viele Komplimente erhalte und super Texte mit beneidenswertem Inhalt; originelle, geistreiche Texte, Wahnsinnsrezepte und tolle Fotos, für die ich zwar keinen Pulitzer- aber einen Mini-Foodblog-Photography-Preis erhalte...
Tja, frau kann nicht alles haben.

Designtechnisch wäre ich auf professionelle Hilfe angewiesen, wenn es so kommen sollte, wie ich wirklich wollte. Inhaltlich liesse sich schon was machen...

Derzeit kämpfe ich noch mit dem Export-Import-Problem von Typepad zu Blogger. Wer also ein Rezept sucht, kann noch unter meiner alten "Adresse" www.kraeutersturm.typepad.com fündig werden. Nach und nach werde ich halt in Fleissarbeit meine alten Blogeinträge "rüberbeamen".

Apropos Arbeit:
Vielleicht hat ja der eine oder andere unter den Lesern Lust und Zeit, mir ein Feedback zu schreiben. Oder ganz deutsch, einen Kommentar zum Design zu verfassen. Zu üppig? Zu farbig? Zu verspielt? Diese oder jene Regel verletzt? Wunderschön? Genial? Abstrus? Lächerlich?
Ich bin wirklich offen für jegliche Kritik, vielleicht stelle ich mir ja die längste Zeit selbst ein Bein und sollte mal zufrieden sein? Natürlich mag ich Streicheleinheiten und Lob, aber helfen tut auch die berühmte "konstruktive Kritik".
Ich werde sicher nicht alles beherzigen - dazu ist mein Ego genügend gross - aber den einen oder anderen Tipp, auch in technischer Hinsicht, könnte ich schon gebrauchen. Danke schon mal.

Also denn, auf ein Neues!


PS. Ach ja, die Digitalspiegelreflexkamera ist ja schon da, jetzt fehlt es noch an der richtigen Schulung - nein, einen Kurs in Berlin mach ich schon -  und natürlich am Material und an der richtigen Beleuchtung und vielleicht sollte ich ein kleines Stativ... Herrgott, jetzt fängt das schon wieder an...!

PS. Und übrigens, der Account bei Wordpress ist reserviert, frau kann ja nie wissen...
Herrgott, das ist ja unglaublich, diese Unstetigkeit!

3. März 2013

Junk Food, Littering und die Jugend von - gestern!

Er hat einen Blog-Eintrag verfasst, der bei mir geradezu eine Explosion von Gedanken ausgelöst hat.
Seinen Kommentar-Briefkasten wollte ich nicht sprengen, aber Luft muss ich mir wirklich mal machen. Zumal einmal mehr der Ausdruck "Jugend von heute" im Raum stand.

Ja, ja, die Jugend von heute (waren wir auch mal!)...
Für uns fand anno 1975 in Bern eine kleine Revolution statt, als wir, genüsslich eine Bratwurst mampfend, während des Abendverkaufs durch die Stadt schlenderten. Fast fühlten wir uns etwas verrucht.
Und 1979 fuhren wir mit dem VW-Bus zu fünft von Solothurn nach Genf, übernachteten auf einem Parkplatz und mampften tatsächlich beim ersten Mc Doof der Schweiz genüsslich (tja!) einen Big-sowieso und schlürften dazu eisgekühltes Cola aus dem Pappbecher. Dem zuhause gebliebenen Kollegen wurde dann ein Pamp-Exemplar mitgebracht, zum Aufwärmen im Backofen (Mikrowelle gab's noch nicht für jeden)...
Jugendsünden, die mich manchmal arg erschauern lassen...
 Aber war das das Einbiegen in die falsche Strasse - von der es wohlgemerkt sehr wohl einige Abfahrtsmöglichkeiten gibt?

... die Jugend von damals (öhm, wir?) 
- trägt einerseits dazu bei, dass die Jugend von heute solche "Verpflegungsmöglichkeiten" überhaupt zur Verfügung hat und verdient ganz schön dabei. Alternative Möglichkeiten werden als alternaiv angesehen.
- is(s)t andererseits ja auch ein tolles Vorbild, nicht?
Frühstück im Auto oder der S-Bahn in Form eines Energieriegels und eines Coffee-to-go. Schliesslich benötigen Make-Up und die Wahl des richtigen Outfits einiges an Zeit. Und während des Genusses wird noch rasch die Mailbox auf dem Smartphone gecheckt.
Bloss 35 Minuten Mittagspause...
Abends will, muss, darf ich ja ins Fitnesscenter, die Fortbildung oder länger arbeiten. Dann geniessen wir halt einen Business-Lunch mit öligen Pizzas vom Kurier und arbeiten dazu.
Grösser! Schneller! Billiger! Besser?
Ja, wir, die Jugendlichen von damals und vorgestern,
wir sind stolz auf unsere multitaskingfähige Super-Schnell-Gesellschaft! Wer da nicht mithält, ist entweder altmodisch, langsam oder einfach nur blöd oder vielleicht zu alt. OK, da gäbe es ja dann auch noch die alternaiven Aussteiger, aber die sind ja eben... sowieso... und überhaupt.
Telefonisch ständig erreichbar - Mist, in der Schule sollte ich nicht, dann mach ich's halt in der Kurz-Mittagspause - während der Nahrungsaufnahme; schöne neue Multimedia-Welt.
Und am Abend, beim Ausgehen mit Freunden sind wir Jugendlichen von damals ja super, als Erstes legen wir unser Handy (nicht zum Essen fotografieren) auf den Tisch. Wir könnten ja eine SMS oder einen Anruf verpassen. Der Tischpartner gegenüber kann ja zuhören, wie ich mein wahnsinnig wichtiges Gespräch zu Ende führe.
Die Wichtigkeit einer Person verhält sich umgekehrt proportional zu ihrer Erreichbarkeit!
"Dubiose Sachen reinschaufeln" ist genau der richtige Ausdruck.
Bloss, sind es nicht die Jugendlichen von heute, die von den Jugendlichen von damals lernen, dass Essen nichts kosten darf, auch keine Zeit?
Wieviele Jugendliche von damals kochen oder ernähren sich wenigstens saisongerecht (wäre übrigens auch günstiger) oder - um mal wohl oder übel einen Grossverteiler zu zitieren - aus der Region?
Bloss, wieviele Jugendliche von damals kochen regelmässig für sich und oder die Familie?
Keine Zeit? Oh - dann nehmen wir halt schnell, schnell eine Fertig-Lasagne für die Kleinen und mich, Püree aus dem Glas für das Baby und der/die Partner/in kann sich ja was aufwärmen, denn gleich kommt diese wahnsinnig intelligente Sendung über den Frauentausch.
Wir essen halt nicht alle zur selben Zeit...
Uebrigens, die Unterrichtszeiten sind ja häufig (wenigstens in der Schweiz) so angelegt, dass alle Familienmitglieder mittags zeitlich gestaffelt an den Mittagstisch kommen (und gehen) dürfen.
Ach ja, in einigen Schulen wurde der Hauswirtschafts- und Kochunterricht gestrichen - ist ja etwa gleich sinnvoll wie Musik- und Werk-Unterricht, also weg damit!
Welche Jugendlichen von damals wollen nicht immer andauernd alles zur Verfügung haben, sprich die 24-Std-12-Monate-Gratis-rund-um-die-Welt-Gesellschaft?
Riesensteaks aus Deutschland, Aepfel aus Argentinen (dafür halt im Juli, toll, gell!), Paprika und Tomaten im Februar aus Spanien, Erbsen aus Marokko im Januar. Und dann alles auch noch ganz schön billig! Dumm nur, dass die Steaks zu Schuhsohlen schrumpfen und die Tomaten keinen Geschmack haben.
Bloss, Katzenjammer über falsche Bio-Eier, spezielle Lasagnefüllungen und das immer wiederkehrende Geschrei über Gammelfleisch, Gurken-Sprossen-Viren, Rinderwahnsinn (ach ja, ist ja schon gar lange her und weshalb war das auch schon wieder...?) wird immer von den Jugendlichen von gestern angestimmt.
Es ist halt schon ganz schön einfach, auf jemand anders zu zeigen, als sich selbst an der Nase zu nehmen.
Wie beim Littering!
Test in Zug, ca 60-jähriger Jugendlicher von heute schmeisst Zigarettenpaket mitten in der Neustadt-Passage, morgens um 9.30 h achtlos weg. Frau hebt es auf, tippt dem Herrn an den Arm und sagt ganz nett: "Oh, Sie haben da was verloren." Wäre es abends nach 19.00 h gewesen, hätte ich vermutlich eine gelangt bekommen - so dreht er sich einfach zu seiner holden Begleiterin um, fasst sie am Arm und verlässt blitzartig die Einkaufspassage mit den Worten "Dumme Kuh!".
Fazit: Alter schützt vor Anstand nicht und Frau sucht ca 5 Minuten nach einem Abfallkübel in der Passage. In der Metalli-Passage etwa 300 m weiter vorne gibt es auch nur einen Kübel vor dem Kiosk...
Die Jugendlichen von heute werden von den Jugendlichen von damals erzogen!

Jeder will und muss mehr verdienen, gleichzeitig aber sollte das Ganze ja nicht so teuer sein. Der Tamile, die Serbin, die Türkin, der Marokkaner in der Küche, die sollen dann halt etwas weniger verdienen - ist ja auch keine richtige Arbeit.
Und überhaupt, ein Koch, der macht ja bloss eine drei- bis vierjährige Lehre, das ist doch nicht so viel wert wie das Wissen einer jungen Bankkauffrau.
Die ist im Stress - muss ja schliesslich Geld verdienen - hat also erst wieder Zeit, ins Luxusrestaurant essen zu gehen, wenn der Bonus reinkommt (dafür rackert sie sich dann ein paar Jahre ab und isst, trinkt und raucht unterwegs).
OK, wenn aus dem Koch etwas Anständiges wird, dann wird er Sternekoch und macht lafermässig viel Geld und viel Fernsehsendungen, die sich Menschen anschauen, die dazu Chips mampfen, keine Zeit haben und alles zu aufwändig finden, währenddessen die Kinder die Playstation quälen.
Sollte uns das Essen von heute so viel wert sein wie vor 50 Jahren - dann würde eine Tasse Kaffee in der Schweiz zwischen zwölf und sechzehn Franken oder neun bis dreizehn Euro kosten.
Womit wir dann bei der Gegenströmung angekommen sind:
Kaviar - lacht nicht, ich kenne Menschen, die noch nicht 25 sind und regelmässig welchen "geniessen", GottseiDank gibt es sprudeligen Rebensaft zum Runterspülen; Kaffee superdeluxe, Frischkäse aus Hinterindien, Wurst vom Rio Urubamba, Früchte aus der westlichen Arktis und Exotenfleisch.
Weshalb wohl haben die "Luxus-Linien" von COOP, MIGROS und Konsorten mit ihren Food-Geschichten mindestens so viel Erfolg wie die Billiglinien?
Plakativ ausgedrückt vielleicht ein Spieglein der Zwei-Klassen-Gesellschaft?

Ach, ich könnte jetzt den Faden noch ewig weiterspinnen und vielleicht erkennen, dass die Möglichkeit Betty Bossis vorgefertigtes Essen zu geniessen, genau so wichtig für den gestressten Hausmann ist wie die Waschmaschinenerfindung für Tante Trudi vor -zig Jahren.
Vielleicht würde ich erkennen, dass ich ein hoffnungsloser Nostalgiker bin oder die Frauen zurück an den Herd schicken will - aber ich hasste den Hauswirtschaftsunterricht von ganzem Herzen, insbesondere mit dem Wissen darum, dass unsere männlichen Jugendlichen von damals gleichzeitig Medienkunde hatten.
Will ich, als kinderlose Frau, mir anmassen, Müttern und Vätern, den gestrigen wie den heutigen und allen dazwischen, vorzuschreiben, wie sie sich zu organisieren haben?
Oder bloss mal über die Entwicklung unserer Gesellschaft nachdenken?
"Wenn wir wieder mehr an den Familientisch zurückkehren würden, hätten wir auf dieser Welt wohl einige Problem weniger!"
meinte ein Sterne- und Naturkoch bei meiner Ausbildung zur Cocolino-Fachberaterin. Das polarisierte und löste einige Diskussionen aus - an einem Mittagstisch!
Was, wenn wir alle uns wieder mehr Zeit für gemeinsames Kochen und Essen nehmen könnten?
"I have a dream", meinte ein grosser Mensch vor 50 Jahren.
Ich bin nicht gross, aber auch ich habe einen Traum, jetzt:
Ich träume von einer Welt, in der gleichberechtigte Partner für Kinder, Eltern, Freunde, Nachbarn kochen. Und alle miteinander kochen, essen und geniessen. Und diskutieren, schweigen, trinken, sich freuen und streiten, um sich anschliessend wieder zu versöhnen, am Tisch!
Dass sich die Welt nicht immer nur zum Bankett trifft, wenn mehr oder weniger erfolgreich Verhandlungen und Verträge abgeschlossen wurden, sondern vor und während der Verhandlungen gemeinsam gegessen wird, weil die Kultur des Essens doch so viel über den Partner aufzeigt. Vielleicht verstehe ich ihn dann ein klein wenig besser.
Zusammen kochen lässt wundervolle Gespräche fliessen, Gemeinsamkeiten, Trennendes und Neues entdecken, neue Chancen erkennen.
Ich stelle mir vor, wie über Angebranntes und nicht so Gelungenes geflucht, gestritten und wieder gelacht wird, um es gemeinsam nochmals anzugehen.
Ich stelle mir vor, wie wir voneinander lernen können - in jeder Hinsicht!
Ich träume von Restaurants, in denen den Kindern kein Goofy-, Ninja- oder Hello Kitty- sondern ein "Kleiner Gourmet"-Teller angeboten wird.
Ich träume von Märkten, die nicht nur am Samstag stattfinden; von Produzenten, die stolz sind auf ihre Produkte, sie selber essen und dem Kunden den einen oder anderen Tipp mitgeben.
Ich träume davon, dass BIO weder ein Label ist, noch zum Schimpfwort mutiert; dass es ganz einfach normal, alltäglich und selbstverständlich ist.
Ich träume von glücklichem Feder- und Rindvieh, von Milch, die den Geschmack der Wiese in sich trägt und von Wildkräutern und -früchten, die noch zu entdecken und geniessen sind; von Pilzen, deren Nachname nicht Tschernobyl ist und von Wasser, das schmeckt wie unser Quellwasser hinter dem Haus.
Ich träume von Wohnungen und Häusern, die ein Zuhause sind, in dem gemeinsam geplant, gekocht und gegessen wird.
Architekten dieser Welt, plant wieder richtig schöne grosse Wohnküchen, mit Arbeitsflächen die ihren Namen verdienen!
Designer dieser Welt, entwickelt nicht Klapptische sondern richtig tolle, grosse und schöne Tische zum Essen und Geniessen, ja, zum Leben!
Eltern dieser Welt, entdeckt gemeinsam mit Euren Kindern das Wunder des Kochens, der Gewürze und der Sonntagsspaziergang durch Wald und Wiese wird zur Shoppingtour der dritten Art.
Köche dieser Welt, zeigt was ihr könnt und führt Eure Gäste in Euer Reich, sie bleiben nicht weg, weil sie wissen wie's geht - sie kommen wieder um Eure Perfektion zu geniessen!
Food-Blogger dieser Welt, hört nicht auf zu schreiben, zu fotografieren, zu pröbeln, zu entdecken, Euch zu ärgern und zu freuen. Das ist, wie so oft, das Fleur de Sel dieser Weltsuppe!

Danke an Claudio von die Anonymen Köche für den Gedankenanstoss!